Schuldebatte: "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern"

Die SPD-Landesfraktion war gestern in Ravensburg, gastierte unter anderem in der Kuppelnauschule. Ein Besuch mit Symbolwert, war Rektor Bosch doch erst kürzlich heftig mit der CDU-Landesregierung aneinander- geraten. SPD und Pädagoge sind sich indes einig: Das dreigliedrige Schulsystem hat keine Zukunft.

"Das ist keine Floskel", begrüßte Rudolf Bosch die Gäste im dritten Stock der Kuppelnauschule aus Stuttgart. "Es freut mich sehr, dass Sie hier sind." Die Freude ist verständlich, musste sich der engagierte Pädagoge doch erst kürzlich als Totengräber der Schule beschimpfen lassen, zumindest der Schule, wie wir sie heute kennen. Zur Erinnerung: Im Sommer dieses Jahres fordert Rudolf Bosch in einem offenen Brief zusammen mit 100 Rektoren die Auflösung des dreigliedrigen Schulsystems. CDU-Fraktionschef Stefan Mappus fordert daraufhin, den Schulleiter von seinem Posten zu entfernen. Bosch muss zum Rapport nach Stuttgart, behält aber Amt und Würden. In der Krise bekommt er demonstrativ Unterstützung vom Gemeinderat Ravensburg. Und gestern wiederholt von SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel: "Mit unserem Besuch stärken wir Rudolf Bosch den Rücken, das es richtig ist, seinen Weg zu gehen."

Pflegestützpunkte: Noch gibt das Land kein grünes Licht

Das "Pflege-Weiterentwicklungsgesetz" gilt seit 1. Juli 2008 --von den Konsequenzen ist im Landkreis noch nicht viel zu merken. Der Landkreis wartet auf gesetzliche Vorgaben des Landes, sieht sich aber vor allem in punkto "Pflegestützpunkte"-bisher bereits gut aufgestellt.

Manfred Liebermann, der Sprecher der SPD-Fraktion im Ravensburger Gemeinderat, hat sich vor kurzem an die Stadt Ravensburg gewandt --mit dem Antrag, einen raschen und flächendeckenden Ausbau der Pflegestützpunkte voranzutreiben; so wie es das Bundesgesetz vorsieht. An solchen Stützpunkten sollen Pflegebedürftige und deren Angehörige neutral, fachkundig und ergebnisoffen beraten werden.

Gemeinderat solidarisiert sich mit Bosch - CDU-Fraktion ist nicht mit dabei

Foto: Roland Rasemann

"Schulleiter Rudolf Bosch genießt unser volles Vertrauen und erhält uneingeschränkte Rückendeckung": Das teilen alle Gemeinderats-Fraktionen - mit Ausnahme der CDU - in einem Solidaritätsschreiben mit. Der Brief ging an OB Hermann Vogler und den CDU-Fraktionsvorsitzenden August Schuler.

Darin fordern die Fraktionen von FWV, SPD, BfR und Grünen den OB und Schuler dazu auf, diese Solidaritätsadresse zu unterstützten und an Ministerpräsident Oettinger und Kultusminister Rau weiterzuleiten. Der gesamte Gemeinderat und die Verwaltungsspitze sollten sich uneingeschränkt hinter den Schulleiter der Hauptschule Kuppelnau stellen.

Zeller: Bildung beginnt schon im Kindergarten

Die Hauptversammlung des SPD Ortsvereins Ravensburg hat ganz im Zeichen der Initiative "Bildungsaufbruch in Baden-Württemberg" gestanden. Norbert Zeller, Landtagsabgeordneter der SPD im Bodenseekreis und Vorsitzender des Schulausschusses im Landtag, referierte über die Bildungspolitik und die Auswirkungen auf die Region.

Interview mit Ute Vogt: "Sprache ist der Knackpunkt"

Im Interview mit dem Mannheimer Morgen regt die SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt an, Türkisch als zweite Fremdsprache an Schulen zu lehren. Ute Vogt mit Bezug auf die Situation in Baden-Württemberg wörtlich: "Es ist erschütternd, wie wenige Kinder mit Migrationshintergrund hier eine Chance haben."

Schäfer fordert mehr Schulsozialarbeit


Für Fraktionssprecher Hans-Dieter Schäfer von der SPD verbindet der Kreishaushalt 2008 "Solidität und Solidarität". Letztere zeigt sich bereits in der Investitionsbereitschaftfür die OSK und wird nun weiter gefordert von der SPD im Umgang mit sozial Schwachen und Familien. So beantragte Schäfer, die Schulsozialarbeit bereits in der Grundschule anzusetzen. Es sei allemal günstiger, möglichst früh und intensiv in die pädagogische Arbeit zu investieren, als später in Rehabilitation, so Schäfer, der auch dem Ausbau der Jugendhilfe das Wort redete. Dass der Kreis jetzt eine 50-Prozent-Netzwerkstelle für die Module Frühe Hilfe für psychisch belastete Familien, Familienbildung für Migrantinnen und Stärken der Elternkompetenz geschaffen habe, sei wichtig und richtig. Schäfer forderte eine flexible Budgetierung in der Jugendhilfe. Und er rät dazu, die Berufsschulstandorte im Kreis zu überprüfen, ob sie bei steigenden Schülerzahlen und zunehmend neuen Berufen und Spezialisierungen noch den Anfordernissen entsprechen.

Aus der Schwäbischen Zeitung

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