Die Hauptversammlung des SPD Ortsvereins Ravensburg hat ganz im Zeichen der Initiative "Bildungsaufbruch in Baden-Württemberg" gestanden. Norbert Zeller, Landtagsabgeordneter der SPD im Bodenseekreis und Vorsitzender des Schulausschusses im Landtag, referierte über die Bildungspolitik und die Auswirkungen auf die Region.
Relativ gut besucht war die SPD-Hauptversammlung des Ortsvereins Ravensburg gemessen an der Mitgliederzahl von derzeit 64 Genossen. Nachdem der Vorsitzende Felix Rückgauer zunächst die Regularien erläuterte, gab der Fraktionsvorsitzende im Ravensburger Gemeinderat, Manfred Liebermann, den Tätigkeitsbericht aus Sicht der Fraktion. Zum Thema Veitsburg stellte er nachhaltig klar, dass seine Fraktion voll und ganz hinter dem Ergebnis des Wettbewerbes stehe. Kritik übte er an dem Verfahren, welches derzeit mit dem Neubau des ESV bekannt wurde. Er sprach von einem "Maulwurf", der sich in den Reihen des Stadtparlaments oder der Verwaltung befinden müsse, denn sonst sei nicht erklärbar, warum an die Öffentlichkeit Ergebnisse aus sieben nichtöffentlichen Sitzungen über die "Schwäbische Zeitung" gelangt seien.
Weitere kommunalpolitische Themen waren die geforderte Einbahnregelung für die Burgstraße, ein nächtliches Fahrverbot für Frauen- und Herrenstraße, die Umgestaltung der Kirchstraße, Bauplätze am Kohlenberg sowie das geplante Gewerbegebiet Erlen zwischen Bavendorf und Schmalegg. Zum Thema Ganztageskindergarten und Kleinkindbetreuung in Ravensburg erklärte Liebermann, es sei angedacht, im Kinderkrankenhaus St. Nikolaus in den nächsten Jahren einen Kindergarten zu installieren, sowohl als Betriebskindergarten für die Oberschwabenklinik, als auch für Kinder aus diesem Wohngebiet, wobei auch eine Gruppe für Kinder ab zwei Jahren geplant sei.
Die Bildungspolitik des Landes und die Situation in Ravensburg stellte Norbert Zeller in den Mittelpunkt seines Referats zum Thema "Bildungsaufbruch in Baden-Württemberg". Er plädierte dafür, Kindern aus bildungsschwachen Familien eine Chance bereits ab dem Kindergartenalter zu geben, da sie sonst ihr ganzen Leben lang benachteiligt seien. Bildung beginne nicht erst mit der Schule, sondern bereits im Kindergarten müssten die Weichen gestellt werden, speziell für die Kinder, die zuhause wenig Förderung erfahren. Der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule müsse problemlos gelingen.
Zur Debatte über die Ganztagesschule nannte Norbert Zeller als positive Beispiele im ganzen Kreis Ravensburg das Bildungszentrum Bodnegg, welches in diesen Tagen sein 40-jähriges Bestehen feiern kann, sowie die Schule Amtzell, für die sich Bürgermeister und CDU-Landtagsabgeordneter Paul Locher beispielhaft eingesetzt hat.
Schwäbische Zeitung vom 31.05.2008