Weingartener Bürgermedaille für Dietmar Schillig

Veröffentlicht am 14.01.2014 in Ortsverein
 

Prof. Dr. Dietmar Schillig

Auf Vorschlag der SPD-Fraktion hat der Gemeinderat im Novemder 2013 beschlossen, in diesem Jahr eine Bürgermedaille an Prof. Dietmar Schillig zu vergeben. Zu dieser hoch verdienten Auszeichnung gratulieren wir sehr herzlich dem langjährigen Mitglied unseres SPD-Ortsvereins Dietmar Schillig!

Die Bürgermedaille wurde Prof. Schillig am 12. Januar 2014 von Oberbürgermeister Ewald im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt Weingartener im voll besetzten Kultur- und Kongresszentrum überreicht. Dabei würdigte Ewald besonders die vielfältigen Verdienste Schilligs als früherer Rektor um die Erhaltung der Pädagogischen Hochschule Weingarten sowie um Heimatforschung, Stadtentwicklung und Naturschutz. (Siehe auch den Bericht der SZ am Ende dieses Beitrages).

  • Die Dankesrede von Dietmar Schillig können wir hier zur Lektüre anbieten:

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,

für die Überreichung der Bürgermedaille durch die Stadt Weingarten möchte ich

Ihnen, Herr Oberbürgermeister Ewald sowie den Damen und Herren des Gemeinderats, insbesondere auch meinen ehemaligen Mitstreitern in der SPD-Fraktion, meinen überaus herzlichen Dank aussprechen. Die mir heute von der Stadt verliehene Bürgermedaille verstehe ich nicht nur als hohe persönliche Auszeichnung, sondern ebenso als eine generelle Anerkennung für viele andere ehrenamtlich tätigen Personen in unserer Stadt.

Als Gemeinderat wurde ich oft gefragt, was ich mir von diesem Ehrenamt verspreche, warum ich diese doch erhebliche Zeitbeanspruchung auf mich nehme und ob mich mein Beruf an der Pädagogischen Hochschule nicht auslaste. Hier der Versuch einer Antwort:

Bereits vor fast 60 Jahren hatte ich mich während zweier (lockeren) Studienjahre am Pädagogischen Institut in das charmante Weingarten mit seinem idyllischen Bähnle "verliebt". Da bekanntlich alte Liebe nicht rostet, hatte ich mich nach meinem Studium in Tübingen um die freie Dozentur für Geowissenschaften am Reallehrerinstitut, einer Außenstelle der PH Weingarten, beworben. Bald darauf vollzogen meine Frau und ich die definitive "Verankerung" in Stadt und Landschaft, indem wir unser Haus in die standfeste Seitenmoräne des Würmgletschers am Schussenbeckenrand 1970 "einmauerten" und dadurch für unsere beiden Kinder d i e Heimat schufen.

Im Zentrum meiner Lehrtätigkeit standen für mich Erscheinungsbild und Entstehungsgeschichte unserer Umwelt und deren Schutz. Erlauben Sie daher ein Beispiel aus den 1970er Jahren: Ein Bauunternehmer beabsichtigte nämlich, den Kalktuffmantel am Talhang der Wolfegger Ach zwischen Höll und Wassers völlig abzutragen. Dagegen solidarisierten sich unsere Geografiestudenten erfolgreich mit einer Wolfegger Bürgerinitiative, der verheerende Natureinriff konnte gerade noch abgewehrt werden. Jedoch weniger erfolgreiche Aktionen zu Kiesabbau, Mülldeponien usw. zeigten mir aber rasch die Grenzen von Einzelaktionen auf. Was lag da näher, als sich um einen Germeinderatssitz zu bewerben, um von der kommunalen Plattform aus wirkungsvolleren Einfluss auf die Gestaltung von Stadt und Umland nehmen zu können, getreu der Devise:"No it luck lau!"

In meinen beiden letzten Wahlperioden, ab dem Jahr 2000, suchte ich altersbedingt die Gespräche mit älteren Menschen. Diese wurden mir als einem der OB-Stellvertreter bei Gratulationen der 90-jährigen Mitbürger (112 Besuche) sowie der Goldene-Hochzeit-feiernden Ehepaare (117 Besuche) reichlich geboten. Die dabei gewonnenen Rückblicke in die politisch unruhige Zwischenkriegszeit der 1920er Jahre und in die teils furchtbaren Lebensschicksale der deutschstämmigen Menschen in der Sowjetunion haben mich immer sehr bewegt. So bot mir das Ehrenamt mannigfaltige Einblicke in manch andere Bevölkerungskreise, die mir sonst verschlossen geblieben wären.

Aufgrund der besonderen Bedeutung der beiden Hochschulen für unser Gemeinwesen würde ich es mir wünschen, dass das eine oder andere Hochschulmitglied sich zur Kandidatur für die bevorstehende Gemeinderatswahl entschließen könnte.

Erlauben Sie mir abschließend noch eine durchaus gefühlsbetonte Hommage an unsere Stadt. Für mich war und ist Weingarten - mon amour!

12.01.2014, Prof. Dietmar Schillig

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 Bericht in der Schwäbischen Zeitung vom 13.01.2014

  • Zwei alteingesessene Weingartener ernten Dank und Anerkennung

Der frühere PH-Rektor Dietmar Schillig und der engagierte Blutreiter Kurt Rief bekommen die Weingartener Bürgermedaille

Von Daniel Drescher

WEINGARTEN - Zum zweiten Mal hat die Stadt am Neujahrsempfang zwei Bürgermedaillen an verdiente Weingartener verliehen. Dietmar Schillig wurde für seine Verdienste als Rektor der Pädagogischen Hochschule und sein Engagement als Stadtrat ausgezeichnet. Kurt Rief hat sich vor allem durch sein Engagement bei den Blutreitern und seinen Einsatz in der Kirchengemeinde hervorgetan

Oberbürgermeister Markus Ewald sagte in seiner Laudatio, Dietmar Schillig sei es zu verdanken, dass die Pädagogische Hochschule Weingarten erhalten blieb: Weil der Studiengang für Realschullehrer in Weingarten eingerichtet wurde, sei dieser Standort nicht geschlossen worden – im Gegensatz etwa zu Reutlingen. Als Hochschullehrer sei er von Studenten verehrt und bewundert worden, seine Exkursionen seien bis heute legendär. 22 Jahre war Schillig auch als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat aktiv. Zehn Jahre lang war er dritter Stellvertreter des OBs, von 2004 bis 2009 war er im Kreistag engagiert. Zudem würdigte Ewald Schilligs Verdienste um Stadtentwicklung, Heimatforschung und Naturschutz. Er war Mitherausgeber des Weingartener Heimatbuchs, das derzeit neu aufgelegt wird.

Schillig sagte in seiner Ansprache, er nehme die Medaille stellvertretend für viele Ehrenamtliche entgegen. Er forderte Hochschul-Mitglieder auf, sich am 25. Mai für die Kommunalwahl aufstellen zu lassen. Der gebürtige Schlesier schloss mit einer Liebeserklärung: „Für mich war und ist Weingarten: mon amour.“ Kurt Rief erntete viel Lob von OB Ewald wegen seines Engagements beim Blutritt. In Kontakt mit der Reiterprozession kam Rief durch seine Arbeit bei der Firma Habisreutinger, zu der er 1966 stieß. „Als Mitarbeiter des alteingesessenen Weingartener Unternehmens stand die Teilnahme am Blutritt quasi im Arbeitsvertrag“, scherzte Ewald. Seit 1979 beschafft Kurt Rief die Pferde für die Weingartener Blutreitergruppe. Als Quartiermeister besucht er alle 70 bis 80 Quartiere, in denen während des religiösen Großereignisses rund 1200 Pferde und Reiter aus der gesamten Region untergebracht sind. Er sorge auch dafür, dass junge Menschen sich für den Blutritt begeistern und aufs Pferd steigen. Als 1993 die neue Glocke „Gloriosa“ für den Nordturm der Basilika eingeweiht wurde, organisierte Rief den Reiterfestzug und die Einweihungsfeier im Klosterhof mit. Unter anderem war er zusätzlich noch 20 Jahre Mitglied im Kirchengemeinderat. Kurt Rief gab sich ebenfalls bescheiden: „Es gibt verdienstvollere Menschen in dieser Stadt als ausgerechnet mich.“ Für den Blutritt habe ihn Hugo Habisreutinger begeistert. „Der Herr von Haus und Hof zieht sein bestes Gewand an, nimmt sein bestes Tier und schwebt auf dem Rücken des Pferdes zwischen Himmel und Erde“, sagte er über den Blutritt.

(Erschienen: Schwäb. Zeitung 13.01.2014)

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