SPD-Kreistagsmitglied Rudolf Bindig erläutert bei der Nominierungsveranstaltung der SPD das Wahlverfahren (Foto DrescherSchwäbische Zeitung vom 15.02.2014
- SPD startet in den Kommunalwahlkampf
Erfahrene, aber auch sehr junge Kandidaten gehen für die Weingartener Sozialdemokraten ins Rennen
Von Daniel Drescher
WEINGARTEN - Die Weingartener SPD hat ihre Kandidaten für die Gemeinderats- und Kreistagswahl aufgestellt. Doris Spieß, Udo Mann und Hülya Gürses – bereits im Gemeinderat vertreten – haben sich erneut zur Wahl gestellt. Nicht mehr auf der Liste ist der Weingartener Arzt Gerd Fuchs, der dafür seinen 18 Jahre alten Sohn Felix ins Rennen schickt. Überhaupt: Die SPD setzt nicht nur auf erfahrene Mitglieder, sondern will junge Wähler ansprechen, in dem sie junge Kandidaten nominiert.
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Die Jüngste feiert zwei Wochen vor der Kommunalwahl am 25. Mai ihren 18. Geburtstag, der Älteste ist 86 Jahre alt: Die Altersspanne der SPD-Kandidaten für die Gemeinderatswahl ist groß. Lara Tuske macht gerade Abitur und hat im Jugendgemeinderat der Stadt bereits Erfahrung gesammelt. Wolfgang Marcus kennt man als früheren Professor der Pädagogischen Hochschule. Der 86-Jährige war bereits in den 70er- und 80er-Jahren im Weingartener Gemeinderat aktiv. Er geht auf dem letzten Listenplatz ins Rennen, weil die Liste von Stimmen insgesamt profitiert, Marcus aber nicht ins Gremium gewählt werden will. Etliche junge Leute finden sich auf der Liste. So etwa Fabian Börner: „Ich bin familiär vorbelastet“, sagt der 24-Jährige, dessen Vater Siegfried seit 68 Jahren SPD-Mitglied ist. Er will Weingarten durch die Brille der jungen Menschen und der Studenten betrachten. Auch der 20-Jährige Corbinian Schlosser soll auf jugendliche Wähler wirken: „Ich möchte die Jugend repräsentieren“, sagt der Mathematik-Student. Felix Fuchs, 18-jähriger Abiturient, tritt anstelle seines Vaters Gerd Fuchs an, der durch den Betrieb seiner Arztpraxis nicht mehr kandidieren kann.
Breiter Bevölkerungsquerschnitt
Deutlich ist, dass die SPD versucht, mit ihren Kandidaten einen möglichst breiten Querschnitt der Bevölkerung abzubilden. Von der Hausfrau und Mutter über den Informatiker bishin zur Personalerin reicht die Palette. Viele sind im Betriebsrat oder in der Gewerkschaft aktiv, manche haben sich beim Bürgerbeteiligungs-Programm Step eingebracht. Bernd Hafenbrak will als ehemaliger PH-Professor die Zusammenarbeit zwischen Pädagogischer Hochschule und Stadt verbessern. Die Landschaftsarchitektin Birgit Ewert setzt auf Ökologie und Gestaltung. Ellen Herrmann ist bei Verdi in der Schwerbehindertenvertretung aktiv und findet, es gebe durchaus Nachholbedarf bei der Barrierefreiheit in Weingarten. Josi Mezzelani liegen die Flüchtlinge, die auf dem Martinsberg heimisch werden sollen, am Herzen. Und mit Friedbert Waibel, dem Leiter der Seniorenbegegnungsstätte „Haus am Mühlbach“ ist jemand dabei, der die Belange der älteren Generation kennt. Die Nominierung lief am Donnerstagabend im Rössle reibungslos ab. Nun will die Weingartener SPD ihr Programm für den Wahlkampf entwickeln.
Folgende 26 Kandidaten gehen ins Rennen für die Gemeinderatswahl:
Doris Spieß, Udo Mann, Hülya Gürses, Bernd Hafenbrak, Birgit Ewert,
Fabian Börner, Traudel Fürst, Peter Didszun, Ellen Herrmann,
Friedbert Waibel, Anni Rauch, Reinhold Entreß, Tanja Schlachter,
Corbinian Schlosser, Josi Mezzelani, Steven Oemcke,
Christina Oettinger, Oliver Schlachter, Isolde Broichmann,
Hartwig Mackeprang, Bettina Wolf, Thomas Kollmus,
Anita Trocha, Felix Fuchs, Lara Tuske, Wolfgang Marcus.
Ersatzkandidaten sind Angela Kollmus und Peter Fürst.
Für den Kreistag kandidieren:
Rudolf Bindig, Ellen Herrmann, Udo Mann, Hülya Gürses,
Peter Didszun, Doris Spieß, Fabian Börner.
(Erschienen: Schwäb. Zeitung 14.02.2014 13:50)