Der Bahnübergang in Weißenau soll nach dem Willen der Eschacher SPD für den privaten Verkehr unpassierbar gemacht werden. Das hat SPD-Ortschaftsrat Rainer Frank am Freitagabend erklärt. Zahlreiche Bürger waren auf Einladung der SPD zu einer Diskussionsrunde im Vereinsheim der Weißenauer Narrenzunft gekommen.
Weiterhin sorgt die Verkehrssituation in Weißenau für politischen Zündstoff. Besonders im Bereich der Bahnhofstraße, aber auch in der gesamten Ortschaft herrsche zu viel Verkehr, beklagten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger am Freitagabend einmal mehr. Insbesondere schwere Lastwagen und große landwirtschaftliche Maschinen, aber auch jede Menge private Autos brummten jeden Tag durch die Bahnhofstraße, so die verärgerten Anwohner. Viele Fahrer nutzten den Weg über den Bahnübergang, um zu den Betrieben im Gewerbegebiet Mariatal zu gelangen oder um sich den Umweg über die stark befahrene Kreuzung beim "Kaufland" zu sparen. Dort müssen sich Autofahrer häufig in Geduld üben, besonders wenn sie Weißenau verlassen wollen.
Der starke Verkehr gefährde Kindergarten- und Schulkinder, die häufig die Straße überqueren müssten, sagten die Anwohner. Immer wieder komme es zu brenzligen Situationen - auch am Zebrastreifen. Eigentlich sollten in der Bahnhofstraße deutlich weniger Fahrzeuge unterwegs sein, denn der Bahnübergang ist für alle Fahrzeuge gesperrt - abgesehen von land- und forstwirtschaftlichem Verkehr sowie Linienbussen. Kaum jemand halte sich aber an das Verbot, ärgerten sich die Anwohner.
In der Tat, das hat ein Besuch der "Schwäbischen Zeitung" vor Ort gezeigt, vergeht tagsüber kaum eine Minute, ohne dass ein Fahrzeug verbotenerweise über den Bahnübergang rumpelt.
"Abkürzungstourismus"
Der Eschacher SPD-Ortsverein beklagt einen "rechtsfreien Raum", wie Rainer Frank darstellte. Die Stadt nehme die Verstöße stillschweigend hin, und die Polizei habe nicht das nötige Personal für häufigere Kontrollen. Eine Lösung könne daher nur mit der "Schließung der Schranken" erreicht werden. "Damit würde der komplette Abkürzungstourismus über die Erschließungsstraße zum Gewerbegebiet und über die Weingartshofer Straße unterbunden", sagte Rainer Frank. Der Schutz der Anwohner, insbesondere der Kinder, müsse "oberste Priorität haben". Für Linienbusse solle die Schranke per Funkanforderung geöffnet werden. Alternativ seien auch versenkbare Poller denkbar.
Bei der anschließenden Diskussion wurde klar, dass sich die Bürger zwar über die Problemlage grundsätzlich einig sind, sich die Wahrnehmungen in Details jedoch unterscheiden. Verschiedene Lösungsvorschläge wurden zur Sprache gebracht - auch solche, die darauf abzielten, den Bahnübergang weiterhin offen zu halten.
Schwäbische Zeitung vom 26.01.2009