Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß

Veröffentlicht am 13.11.2015 in Kommunalpolitik
 

Das ist die Losung der CDU-Fraktion, wenn es um die Burgstraße geht, mit der sie sich schon seit fast 30 Jahren vor der einzigen vernünftigen Entscheidung für die Burgstraße drückt: Der Einrichtung einer Einbahnstraße. Man  muss dazu wissen, dass die Burgstraße tatsächlich bis Juni 1986 nur im Einbahnverkehr befahren werden konnte. Auf Druck der damaligen Handelsgemeinschaft (Vorläufer des Wirtschaftsforums) wurde seinerzeit in einer Nacht- und Nebelaktion, übrigens ohne Gremienbeteiligung, der Zweibahnverkehr „als Provisorium“ (!) zugelassen. Seither sind die vielen Versuche an diesem Zustand etwas zu verändern, erfolglos geblieben, weil in den Gremien nie die erforderlichen Mehrheiten zu Stande kamen. Dies gilt nicht nur für die Wiederherstellung des Einbahnverkehrs, sondern z.B. auch für eine Verkehrsberuhigung zwischen 20.00 und 06.00 Uhr, wenn also auch die Läden in der Oberstadt geschlossen haben oder  für ein Verbot für Motorräder.

Es wird immer wieder behauptet, die Burgstraße sei eine „Durchgangsstraße“. Das ist schlichtweg falsch. Das war sie nie, hierfür war sie nie konzipiert, sie wird halt faktisch als solche genutzt. In der Burgstraße wohnen Menschen, es gibt dort drei Gaststätten, ein Hotel, eine Tanzschule und ein  stark frequentiertes Museum. Darüber hinaus wird sie intensiv von Radfahrern genutzt, insbesondere zur Fahrt zur und von der Schule. Und wenn dann immer wieder das Argument kommt, die Einrichtung des Einbahnverkehrs z.B. nur noch bergab führe zu einer unzumutbaren Belastung des Hirschgrabens, dann ist dies vorgeschoben. Bei ordentlicher Beschilderung fahren Burgstraßennutzer schon beim Kaufland in die Jahnstraße oder später am Goetheplatz in die Ziegelstraße oder an der Polizeiwache in die Rudolfstraße. Da bleibt dann nicht mehr viel Verkehr für den Hirschgraben übrig. Im Übrigen täte es den Anwohnern und Besuchern der Burgstraße richtig gut, wenn bei Einbahnverkehr ca. 4.000 Fahrzeuge weniger durchfahren würden. Wenn diese 4.000 Fahrzeuge dann zusätzlich die Jahn-, Karl-, Schussen- und Wilhelmstraße nutzen, dann fällt dies bei dem dort schon vorhandenen Verkehr dagegen kaum mehr ins Gewicht. Und wer das Argument verwendet, die Burgstraße könne erst zur Einbahnstraße werden, wenn der Molldietetunnel zur Verfügung steht, der verschiebt die Lösung auf den St. Nimmerleinstag und ist nicht mutig genug, dies zu sagen.

So, jetzt wurde es aber im Zuge der jüngsten verkehrsrechtlichen Veränderungen in der Oberstadt auch erforderlich, für die Burgstraße eine Lösung zu finden. Und da die Einrichtung einer Einbahnstraße für die CDU-Fraktion offensichtlich ein Tabu ist, bezog man sie mit in den „Verkehrsberuhigten Bereich“ (landläufig auch „Spielstraße“ genannt) der Oberstadt mit ein, wohl wissend, dass diese Maßnahme rechtlich zweifelhaft und eher nicht zu halten ist. Aber auch die CDU-Fraktion  hatte erkannt, dass mit der Burgstraße „irgendetwas“ geschehen musste. Und da die Einrichtung einer Einbahnstraße auf der fraktionsinternen Verbotsliste steht, machte man halt den Versuch mit dem „Verkehrsberuhigten Bereich“. Der Pelz wurde also  gewaschen, ohne nass zu werden. Aber geholfen ist damit der Burgstraße und der  Oberstadt nicht.

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Kommentare

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@ Sprecher Agenda Nordstadt

nach einem Gutachten von Modus Consult Ulm GmbH vom 24.08.2005, welches die Stadt Ravensburg in Auftrag gegeben hat, ist die Verschiebung des Verkehrs im Falle einer einspurigen Burgstraße mit einer Mehrbelastung der Schussenstraße von 1900 Fahrzeugen (anstatt wie von Ihnen angegebenen 4000 Fahrzeugen) mehr belastet, das sind 7%.

Autor: Lenz Manfred, Datum: 19.11.2015, 11:03 Uhr


Wasch mit den Pelz, aber mach mich nicht naß

weder die Hausbesitzer, noch die Mieter wurden damals 1987 informiert, noch gefragt, ob sie mit einer 2-spurigen Durchgangsstraße einverstanden sind. Entgegen dem Versprechen, dass nach Fertigstellung der Marienplatzgarage in der Burgstraße wieder die alten Verhältnisse hergestellt werden, hat eine kleine, der CDU nahe stehende Gruppe eine Nacht- und Nebelaktion gestartet und dieses Versprechen einfach gebrochen. Inzwischen sind allein 150 000 Besucher in diesem Areal jährlich unterwegs, dazu täglich 7000-10000 Autos - sodass dieses Areal heute als "nicht aufenthaltsfähig" von einzelnen Gemeinderäten beschrieben wird. Gratulation - man könnte glatt einen "?Preis" für die klügsten Entscheidungen des Gemeinderats aussetzen.

Autor: Elisabeth Lenz, Datum: 18.11.2015, 11:40 Uhr


Sprecher der Agenda Nordstadt

Wenn solch Verkehrsmaßnahmen beschlossen werden, sollten doch auch einmal die anderen Agenda Gruppen gehört werden. Menschen leben auch in der Schussen- Wilhelmstraße bei 30000 Fahrzeuge nochmals 4000 dazu. Ich empfehle die Agenda Bereitsitzung zu besuchen, in Ravensburg haben wir sowie ein Rechtsfreier Raum für Autofahrer, die könne Einbahnstraßen bedenkenlos durchfahren auch wenn der Städtische Vollzugsbedienstete dies sieht, hier könnte der Gemeinderat etwas unternehmen man braucht nur die Verordnung für Gemeindliche Vollzugsbedienstet der Vierte Teil § 31 durchlesen.

Autor: Raimund Raisch, Datum: 16.11.2015, 09:54 Uhr


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